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Neues vom Resonanzboden

■ Buchmessensprecher spricht wahre Worte zum Fall Rushdie

Berlin (taz) — Von der Presse heftig abgemahnt, beeilt sich die Frankfurter Buchmesse nun, Begründungen nachzuliefern für den Wortbruch gegenüber Salman Rushdie und die Aufhebung des Iran-Boykotts. Messechef Peter Weidhaas sagte im Interview mit der taz am Freitag, er setze auf „fruchtbare Diskussionen“ (ohne Teilnahme der Opposition allerdings).

Realistischere Gründe nennt nun im Branchenmagazin 'Börsenblatt‘ Pressesprecher Helmut von der Lahr: „Der infame Mord an [Rushdie-Übersetzer, d. Red.] Hitoshi Igarashi hat an den Sachgründen der seinerzeitigen Entscheidung nichts geändert. Geändert hat sich der Grad der öffentlichen, berechtigten Aufgebrachtheit [...]“

Mit anderen Worten: Als die Stimmung danach war, war auch die Messeleitung mutig. Jetzt, da der Westen den Iran wieder als Partner akzeptiert und es opportun ist, dem großen Ganzen einen einzelnen zu opfern, erscheint auch die Messe wieder, als was sie sich selbst bezeichnet: als „Resonanzboden“.

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