Neuer Streit um altes Haus: Das Schloss der Republik

Petra Pau und Christian Walther über die Nachmieter(innen) des Kaisers und die unterschlagene republikanische Geschichte des Berliner Schlosses.

Wir freuen uns auf eine Diskussion mit Petra Pau und Christian Walther Foto: DiG / Arne Sattler

Das Berliner Schloss war zwischen Revolution und Abriss kein Ausdruck der Hohenzollernherrschaft, sondern ein Zentrum von Kultur und Wissenschaft. Es war Sitz mehrerer Museen und zahlreicher Wissenschaftseinrichtungen; vom DAAD über die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft bis zu Mensa und Tagesheim für Studentinnen.

Wann: Do., 05.08.2021, 19 Uhr

Wo: youtu.be/0ZTLN_YrCRE

Kontakt: taztalk@taz.de

Das Haus im Zentrum Berlins war zugleich Wirkungsstätte einer Reihe bemerkenswerter Frauen: großenteils jüdisch, nicht selten aus dem Ausland, zumeist Akademikerinnen in erster Generation.

Das Buch von Christian Walter, „Des Kaisers Nachmieter“ ist im Mai 2021 im Verlag für Berlin Brandenburg erschienen. 184 Seiten, 151 Abbildungen, ISBN: 978-3-947215-28-7

Das schreibt Christian Walther in seinem neuen Buch über „Des Kaisers Nachmieter – Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss“. Und er beschreibt die Rolle, die Karl Liebknecht und später sein Neffe Kurt Liebknecht rings um das Schloss gespielt haben.

Die Bundestagsabgeordnete Petra Pau (Die Linke) hatte sich in den 90er Jahren für den Erhalt des, in den 70er Jahren errichteten, Palastes der Republik und gegen seinen Abriss ausgesprochen - also auch gegen eine Rekonstruktion des Schlosses.

Nun, bei Eröffnung des Humboldt-Forums im neuen Schloss, ist das Gespräch neu zu führen: Sind die Argumente gegen den Schloss-Neubau noch zu halten? Muss gerade die deutsche Linke ihre Haltung zum Schloss im Lichte der neuen Erkenntnisse korrigieren?

Denn der Streit um Abriss und Wiederaufbau des Berliner Schlosses wird noch immer geprägt von der Behauptung, dass das abgerissene und jetzt neu errichtete Gebäude ein Haus der Hohenzollern war. Doch weder hatten die Hohenzollern beim Bau selbst Hand angelegt, noch waren sie beim Abriss Eigentümer oder auch nur Mieter der Immobilie. Seit der Revolution von 1918 war das Schloss Volkseigentum – und der Kaiser im Exil.

Muss also die Debatte um den von der SED 1950 beschlossenen Abriss neu geführt werden – nicht aus der Perspektive der barockverliebten Traditionalisten, sondern aus der Perspektive einer republikanischen Öffentlichkeit? Wir debattieren im taz Talk mit:

Petra Pau, geboren 1963 in Ost-Berlin, war Landesvorsitzende der PDS und ist seit 1995 Abgeordnete – zunächst im Abgeordnetenhaus vom Berlin, seit 1998 im Bundestag, jeweils direkt gewählt im Wahlkreis Marzahn. Seit 2006 ist sie auch Vizepräsidentin des Bundestags. Zuletzt erschien ihr Buch „Petra Pau – Anekdoten aus dem Bundestag“.

Christian Walther, geboren 1956 in West-Berlin, ist freier Journalist und hat überwiegend als Fernsehreporter für die Berliner Abendschau gearbeitet. Sein Buch „Des Kaisers Nachmieter – Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss“ ist im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienen.

Moderiert wird der Talk von Jan Feddersen, seit 1996 taz-Redakteur, Kurator des taz lab und der taz Talks.

Sie möchten vorab Fragen für diesen Talk einreichen? Oder nach dem Talk Zuschauer:innen-Feedback geben? Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Mail: taztalk@taz.de.

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