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Neue serbische Offensive bei Orašje

■ Serben in Bosnien und Kroatien wollen gemeinsamen Staat

Belgrad (dpa) – Nach einer zweitägigen Unterbrechung haben serbische Truppen am Sonntag vormittag ihre Offensive im Norden Bosniens fortgesetzt. Mit Unterstützung von Panzern und Artillerie griffen sie aus mehreren Richtungen den von bosnischen Kroaten verteidigten Brückenkopf bei Orašje an. Ziel der Offensive ist, den im Tal der Save verlaufenden Nachschub-Korridor zu erweitern. Der kroatische Rundfunk berichtete von „gewaltigen Angriffen“ und schwerstem Artilleriefeuer.

Die bosnischen und kroatischen Serben streben einen „Einheitsstaat“ der von ihnen kontrollierten Gebiete an. Spätestens bis Ende Mai sollen entsprechende Kommissionen der beiden Serbenstaaten eine Verfassung vorbereiten, unter der die beiden „Republiken“ eine politische Einheit bilden könnten. Das ging aus einem Beschluß des „Parlaments“ der kroatischen Serben hervor, das am Wochenende im ostkroatischen Borovo Selo tagte. – Allerdings warnte Krajina-Regierungschef Mikelić vor voreiligen Schritten, zumal nach seiner Ansicht eine derartige Vereinigung ohne die Zustimmung „anderer“ serbischer Staaten nicht möglich sei. Mikelić spielte damit auf den möglichen Widerstand des serbischen Präsidenten Milošević an. Außerdem erklärten die Serben alle Ende des vergangenen Jahres mit Zagreb unterzeichneten Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit wegen der kroatischen „Aggression“ auf Westslawonien für ungültig.

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