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Neue Zweifel in der Lockerbie-Affäre

■ Die Bombe kam doch nicht aus Malta / Libysche Beschuldigte nun entlastet?

London (AP) – Sechs Jahre nach dem Bombenanschlag von Lockerbie mehren sich die Zweifel an dem Schuldvorwurf gegen zwei Libyer. Die Londoner Zeitung The Independent veröffentlichte gestern Informationen aus einem Geheimpapier der US-Bundeskriminalpolizei FBI, wonach die Bombe vermutlich doch nicht aus Malta, wo die Beschuldigten gearbeitet haben, an Bord des Jumbo- Jets geschmuggelt wurde. Um die Auslieferung der beiden Männer zu erzwingen, haben die Vereinten Nationen auf Initiative Großbritanniens und der USA Sanktionen gegen Libyen verhängt.

Die Zeitung zitierte aus dem FBI-Bericht, daß es keinen konkreten Hinweis für die bisherige Vermutung gebe, daß ein Gepäckstück mit der Air Malta nach Frankfurt geflogen, dort in ein anderes Flugzeug umgeladen und dann in London an Bord der Pan- Am-Maschine gebracht worden sei. Nach den bisherigen Ermittlungen soll in diesem von den beiden Libyern auf den Weg gebrachten Gepäckstück die Bombe gewesen sein, die am 21. Dezember 1988 an Bord der Boeing 747 über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodierte. Die beiden Beschuldigten, Abdel Basset Ali el Megrahi und Lamen Chalifa Fimah, waren für die Libyan Arab Airlines in Malta tätig gewesen. Der Independent erklärte nicht, welches Datum das Dokument trägt oder wie die Zeitung in seinen Besitz gelangt ist.

In der vergangenen Woche hatte die Times Informationen aus einem Bericht der Nationalen Sicherheitsbehörde der USA verbreitet, wonach Irans Ex-Innenminister Ali Akbar Mohtaschemi den Bombenanschlag in Auftrag gegeben habe. Das iranische Außenministerium hat diesen Vorwurf zurückgewiesen. Das britische Unterhaus will am Mittwoch über die neuen Entwicklungen in der Affäre beraten.

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