: Neue Schachzüge
■ Nordkorea will nur noch mit USA über Atomprogramm verhandeln
Wien/Tokio (AFP/dpa/taz) Nordkoreas Regierung gab sich gestern weiter kompromißlos: „Niemals“ werde sein Land die vollständige Kontrolle seiner Atomanlage in Yongbyon akzeptieren, erklärte ihr Vertreter Yun Ho Jin in Wien. Dort findet gegenwärtig die Gouverneurstagung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) statt. In Zukunft wolle seine Regierung nur noch mit Vertretern der USA über ihr umstrittenes Atomprogramm verhandeln. Zudem drohte ein Vertreter der Regierung in Pjöngjang erneut damit, den Atomwaffensperrvertrag zu kündigen, wenn die Wiener Atombehörde den Streit vor den UNO-Sicherheitsrat trage.
Rußlands Außenminister Andrej Kosyrjew warnte unterdessen den Westen davor, auf eigene Faust Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen. Nur der UN-Sicherheitsrat könne dies tun. Die fünf Ständigen Mitglieder des UN- Sicherheitsrates hatten am Montag in New York erste Gespräche über mögliche UNO-Sanktionen geführt. Bislang lehnen sowohl China als auch Rußland dies allerdings ab. Kosyrjew forderte erneut eine internationale Konferenz, an der sich Nord- und Südkorea, Rußland, China, Japan, die USA und die IAEO beteiligen sollen.
Die Techniker der IAEO sind wiederholt bei Kontrollen des nordkoreanischen Reaktors Yongbyon behindert worden. Nach Angaben der IAEO sind fast 70 Prozent der Brennstäbe bereits ausgetauscht, so daß nicht mehr festgestellt werden kann, ob zuvor spaltbares Material zum Bau von Atomwaffen abgezweigt wurde.
Nordkorea testete vergangene Woche im Japanischen Meer erneut Schiffsabwehrraketen. Südkoreas Agentur Yonhap berichtete gestern, daß drei „Silkworm“- Raketen von einer Basis nahe des Hafens Wonsan abgeschossen wurden. Eine Rakete habe das 160 Kilometer entfernte Ziel getroffen, so ein Militärexperte. Die Raketen sind eine veränderte Version der chinesischen Silkworms.
Umverteilung gegen rechts
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