piwik no script img

Neu: Die Patientenprobenbank

Kassel (taz) – Menschliches Blut, Urin, Speichel aber auch abgeschnittene Ohrläppchen und Haare haben in Kassel neuerdings die Chance bis zu fünfzehn Jahre vor dem Abfall oder -fluß gerettet zu werden. Professor Harun Parlar vom chemischen Institut der Gesamthochschule Kassel hatte die Idee zu einer „Patientenprobenbank“, eine Tiefkühlfirma die nötigen Räumlichkeiten. Hintergrund der Idee ist es, den Verlauf von Krankheiten, die durch chemische Vergiftungen oder Umwelteinflüsse entstanden sind, auch Jahre später noch rekonstruieren zu können. Wenn sich zum Beispiel jemand an seinem Arbeitsplatz gesundheitsschädigenden Substanzen ausgesetzt hat, konnte man bisher eine später ausbrechende Krankheit nicht mehr auf diese Vergiftungen zurückführen. Es wäre zumindest schwer, eine zurückliegende Kontaminierung für eine schleichende Verschlechterung der Gesundheit verantwortlich zu machen. Jetzt kann jede/r Proben, die unter Aufsicht entnommen werden, für 30 Mark im Jahr tiefgekühlt lagern lassen. Mit diesen Proben kann ein Arzt dann den Verlauf einer Krankheit besser nachvollziehen, kann auf Gifte testen, die zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht bekannt waren oder Proben auf die Zeitabhängigkeit von Chemikalienbelastungen hin untersuchen. Jörg Welke

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen