■ Surfbrett: Natürliche Drogen rein wissenschaftlich
Es ist nicht unbedingt nötig, die CD zu kaufen, die der Privatdozent Doktor Thomas Schoepke an der Ernst-Moritz-Arndt- Universität in Greifswald vertreibt. Was sie enthält, ist auch online zu haben. Ein hübsches Geschenk wäre sie freilich schon, sie heißt „Biologie 98“ und bringt für 12 Mark nichts weniger als eine vollständige wissenschaftliche Systematik der Pflanzen ins Haus. Im Web hat Thomas Schoepke unter pharm1.pharma zie.uni-greifswald.de/systematik/1_ti_reg/reg-arzn.htm aus diesem Gesamtwerk den für Laien verständlicheren Teil der Heilpflanzen ausgekoppelt. Er nennt ihn bescheiden „Kleines Arzneipflanzenlexikon“. Etwa 60 bekanntere Heilkräuter und auch einige Pilze werden jeweils mit Bildern vorgestellt, die zum Teil online aus amerikanischen Uniservern zugeschaltet sind. Außer den botanischen Eigenarten beschreibt Schoepke die wirksamen Substanzen mit Grafiken der chemischen Formeln und erläutert tradierte Anwendungen und Rezepturen. Für die Art cannabis sativa notiert er, es handle sich um ein „nicht verkehrsfähiges“ Betäubungsmittel, seltsamerweise fehlt dieser Hinweis bei der Art papaver somniferum, besser bekannt als Opium. Schoepke listet zwar genau auf, welche Dosen welche Wirkungen haben, merkt aber an, diese Heilpflanze werde in der Therapie „nur noch selten“ angewandt. niklaus@taz.de
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