: Natürlich kochen ohne Gene – natürlich!
■ BUND und Spitzenköche fordern Gütesiegel für Lebensmittel
Bonn (AP) – Ein „Siegel für Natürlichkeit“ soll Verbraucher auf Lebensmittel ohne Gentechnik hinweisen. Dies forderten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und europäische Spitzenköche (Eurotoques) am Freitag in Bonn. Sie appellierten an Bundeskanzler Helmut Kohl und Gesundheitsminister Horst Seehofer, einen klaren gesetzlichen Rahmen für dieses Siegel zu schaffen. Dann könnten interessierte Unternehmen es ohne wettbewerbsrechtliche Risiken verwenden. In Umfragen hätten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung erklärt, kein Genfood kaufen zu wollen, erklärte der BUND.
Der Präsident von Eurotoques, Ernst-Ulrich Schassberger, kritisierte, das sogenannte Genfood berge zu viele Risiken für die menschliche Gesundheit und gefährde die Artenvielfalt. Außerdem fördere der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft die Konzentration auf industrialisierte Großbetriebe. „Dadurch werden gerade die wichtigen regionalen Marktstrukturen zerstört.“
Die Europäische Union der Köche wurde vor elf Jahren von Paul Bocuse und anderen als „Bollwerk gegen Fastfood und Pfusch in der Nahrung“ gegründet.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen