: Namibia bei Referendaren
■ Anti-Apartheid-Pädagogik praktisch
Pädagogische Woche international: Josia Dumeni von der namibischen Befreiungsbewegung SWAPO berichtete gestern über Namibia gut neun Monate vor der ersten freien Wahl am 1. November '89. Noch stehen mehr als 100.000 Soldaten unter südafrikanischem Kommando in Namibia, ihre Camps haben sie vorzugsweise neben Schulen aufgebaut. Dagegen hatten namibische SchülerInnen im vergangenen Jahr im ganzen Land gestreikt.
Bremens ReferendarInnen, die sich während der Pädagogischen Woche alternativ und selbstorganisiert weiterbilden, können inzwischen auf einige Hilfestellungen zurückgreifen, wenn sie Bremer SchülerInnen das südliche Afrika näherbringen wollen. Dabei komme es darauf an, betonte Peter Lehmann vom Projekt Dritte Welt in der Grundschule, die Kinder „emotional anzusprechen“ mit kochen, basteln oder feiern. Das Projekt arbeitet überregional mit Sitz an der Bremer Uni und stellt Literatur („auch im Klassensatz“) und Filme zur Verfügung (Tel. 218 2963). Karin Liebaug und ihre MitstreiterInnen von Entwicklungshilfe von Volk zu Volk stehen zur Information an Schulen zur Verfügung (Tel. 492438, ab 15. Februar 7 24 14).
Helmut Zachau von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat ein Besuch südafrikanischer Gewerkschafter in Bremen aufgerüttelt. Deshalb baut er auf persönliche Erfahrungen: Mitte Februar kommen südafrikanische Kriegsdienstverweigerer in die Hansestadt und könnten an Schulen auftreten.
Anti-Apartheid-Realität an Bremens Schulen ist allerdings auch trübe: Eine taz-Praktikantin hat sich im letzten Jahr nicht, wie im Lehrplan vorgesehen, mit Dritter Welt sondern mit der Landwirtschaft in der USA und der Sowjetunion beschäftigt.
G.M.
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