Sanssouci: Nachschlag
■ "Back on stage" - Variet in der UFA-Fabrik
Größte Heiterkeit im Publikum (hier inszeniert!) — was wünscht sich ein Veranstalter mehr... Foto: Wolfgang Wiese
„Nieder mit dem Rassenhaß gegen Pudel“, flüstert Bobtail Bobby Fischer seinem kleinen Hundekollegen Otto dem Großen auf der roten Bühne zu. Und wenn Bobby im Park auf eine Dogge trifft, dann stellt er sich tot. Einfach so. In Juppis (alter) Hundenummer machen Bobby Fischer und Otto der Große mal Männchen oder springen über Stühle und Kellnerrücken. „Is det süß!“ ertönte es gleich aus dem Publikum. Es ist nicht der einzige Entzückensruf: denn diese Vorstellung der Varieté-Show „Back on stage“ in der Tempelhofer UFA-Fabrik, an einem ganz normalen Mittwoch, schien den meisten Zuschauern seltsamerweise zu gefallen. Vor allem in der zweiten Hälfte des Programms glucksten sie und klatschten unentwegt in die Hände. Sicher zu Recht bei dem beeindruckenden BMX-Fahrradakrobaten Frank Wolf. Aber sonst?
Nach Abschluß der dreijährigen Umbauphase des UFA- Haupthauses ist jetzt auch der historische Kinosaal als Varieté- Salon wiedereröffnet – hochpoliert, aber unverändert. Als Auftakt wurde mit der Nummernrevue „Back on stage“ ein „Programm der leisen, romantischen Schönheiten des Lebens“ versprochen. Doch Gemütlichkeit kann nun mal nicht befohlen werden („Genießen Sie den Abend!“) auch wenn der schön plüschige Kinoraum noch so einladend ist. Durch die Zuschauerreihen stolpern tellerwerfende und jonglierende Kellner – ein übertriebenes Durcheinander. Daniel Reinsberg führt kleine Zauberstücke vor, bei denen Bälle eins, zwei, drei zu Zitronen werden und eine Flasche Cola verschwindet. Später werden Seifenblasen mit einem Hammer zerschlagen, und das mangelnde Handwerk von Andreas Wessel versetzt einen bei der Jonglage mit Fackeln fast in Alarmbereitschaft. Dazu ertönt der „Entertainer“ oder alte Elvis-Schnulzen. Das ist alles, und das ist nicht viel. Henriette Klose
„Back on stage“, noch bis 25.9., Mi.–So., jeweils 20.30 Uhr, UFA-Fabrik, Viktoriastraße 13–18, Tempelhof.
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