■ Nachgefragt: Krupp will Klöckner
Der Thyssen-Konzern hat gestern mittag die Nachricht vom Kaufangebot für die entschuldete Klöckner-Hütte bestätigt. Wir fragten dazu den Bremer Wirtschaftssenator Jäger.
taz: Der EG liegt ein Angebot von Thyssen und Krupp/Hoesch vor, das Kaltwalzwerk der Klöckner-Hütte nach einem Vergleich zu übernehmen...
Claus Jäger, Wirtschaftssenator: Ich habe den Spiegel-Bericht noch nicht gelesen. Nach meinem Informationsstand handelt es sich um eine gezielte Desinformation wie schon früher die Behauptung, daß die Warmbreitbandstraße dicht gemacht werden soll. Ich habe Mitte vergangener Woche mit Bangemanns zuständigem Kabinettsmitglied, dem Dr. Weissenberg gesprochen.
Das war vor dieser Veröffentlichung.
Von Klöckner hört man, daß das Spekulation sei, aber vielleicht tun die Duisburger doch etwas anderes... Ich werde eine Gelegenheit suchen, mich bei der EG zu erkundigen, was da dran ist.
Mittwoch ist der Tag der Entscheidung?
Mittwoch tagt die Kommission. Sie hatte bei ihrer letzten Sitzung das Thema vertagt. Sie hatte noch Aufklärungsbedarf, sie wollte zusätzliche Kapazitätseinschränkungen nachgewiesen bekommen. Klöckner sagt: Das ist nicht möglich, weil dann die Gesamtkonzeption gefährdet ist. Klöckner ist am Standort Bremen deshalb wettbewerbsfähig, weil hier die gesamte Verarbeitung, Schmelzen bis zum hochveredelten Blech stattfindet und nicht hohe Wegekosten anfallen. Wenn man daraus einen Eckpfeiler, die warme Phase, herausbricht, dann kann die Wettbewerbslage nicht gut bleiben. Int.: K.W.
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