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Nach der Schule: Warteschleife

Weniger als 40 Prozent aller Schulabgänger nach Klasse 10 finden in Hamburg einen Ausbildungsplatz

Von Kaija Kutter

Hamburg befragt seit 2012 in jedem Jahr seine Schulabgänger der 10. Klassen, was aus ihnen wird. Doch anders als in früheren Jahren gab es für die Daten von 2019 bis jetzt keine Pressekonferenz des Schulsenators Ties Rabe (SPD). Die Linken-­Abgeordnete Sabine Boeddinghaus­ hat das nun abgefragt.­ Ergebnis: 44,7 Prozent der Schüler, so viele wie noch nie seit 2012, fanden keine Ausbildung und kamen statt dessen in die Ausbildungsvorbereitung (AV), sprich in die Warteschleife.

„Aus der Senatsantwort wird deutlich, warum der Schulsenator in diesem Jahr so schweigsam war“, sagt Boeddinghaus. „Denn die AV ist der wichtigste Ausbildungsgang in Hamburg.“ Obwohl diese Jugendlichen ab Klasse 8 eine intensive Berufsorientierung durchlaufen müssen und zehn Jahre zur Schule gehen, hätten Wirtschaft und Senat ihnen nichts Besseres zu bieten, als sich ein weiteres Jahr vorzubereiten. Ein Problem:­ In Hamburg bildet nur jeder sechste Betrieb aus.

Insgesamt hat die Schulbehörde zum Schuljahresende 2019 den Verbleib von 4.794 Abgängern ermittelt. Nur 38,8 Prozent von ihnen hatten einen Ausbildungsplatz. Weitere 16,3 Prozent gelten als „gesicherte, geklärte und sonstige“ Verbleibe wie Freiwilligendienst, zu 0,2 Prozent gab es keine Angaben.

Der zitierte Wert der Versorgten stagniert seit Jahren um die 38 Prozent. „Seit 2013 gab es hier keine Verbesserung“, konstatiert Boeddinghaus, deshalb sei die Berufsbildungspolitik des Senators gescheitert. Im künftigen Koalitionsvertrag müsse die Bereitstellung angemessener Ausbildungsplätze eine „höhere Priorität­ haben als jetzt“, findet die Schulpolitikerin. Und sollte Rabe nochmals Schulsenator werden, müsse er „erkennbar Verantwortung für die Schüler übernehmen.“

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