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Nach Urteil: Gewerkschaft fordert Bahnreform

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert nach dem Ende des Prozesses um das schwere Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen eine radikale Bahnreform. „Das Urteil zeigt: Schuld hat ein über Jahrzehnte kaputt gespartes Bahnsystem“, sagte der bayerische GDL-Bezirksvorsitzende Uwe Böhm. Einzelne Eisenbahner dürften nicht für diese strukturellen Defizite verantwortlich gemacht werden. Das Landgericht München II hatte am Montag zwei Bahnmitarbeiter vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung freigesprochen. Die GDL forderte nun eine Bahnreform mit klarer Trennung von Netz und Konzern. Die Finanzierung müsse verlässlich sichergestellt sein. Außerdem müsse ein stärkerer Fokus auf Erhalt und Sicherheit des bestehenden Netzes liegen. Das marode Streckennetz war im Prozess immer wieder Thema. „Wir sind dazu auch in den Kosmos Bahn tief eingedrungen“, sagte der ­Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. „Da gibt’s Strukturelemente in diesem System, die uns unverständlich geblieben sind.“ Etwa könne er nicht verstehen, warum Funksprüche nicht digital weitergegeben werden. „Das ist etwas, was wir nicht begreifen können, wenn es um die Sicherheit geht.“ Auch die Schilderungen der knappen Budgets seien eindrücklich gewesen. „Spätestens Mitte des Jahres war der Budgettopf leer“, so der Richter. (dpa)

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