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■ NACH DEN FRANZÖSISCHEN 51,01 PROZENT ZU MAASTRICHTEuropa: Nie wieder Volksentscheid!

Berlin (taz) — Frankreich hat mit Ja gestimmt, aber die Neinsager fühlen sich dennoch als Sieger. Erste Reaktion von Premier Major und Kanzler Kohl: nie wieder Volksabstimmung über Europa. Während die Brüsseler Eurozentrale darauf beharrt, auch ein knapper Sieg sei ein Sieg, werden europaweit Bedenken laut, ob die Verträge von Maastricht tatsächlich in der vorliegenden Form verabschiedet werden können. Am deutlichsten sind die Vorbehalte in Großbritannien, das zur Zeit die EG-Präsidentschaft innehat. Premier Major kündigte bereits an, daß er dem Unterhaus den Vertrag dieses Jahr nicht mehr zur Abstimmung vorlegen werde. Erst einmal müsse jetzt abgewartet werden, wie die Dänen sich verhalten. Auch in Bonn überwogen die nachdenklichen Töne. Zwar soll der Vertrag nach Meinung des Kanzlers wie vorgesehen in Kraft treten, doch muß laut Kohl „Maastricht neu interpretiert werden“. Engholm, Gauweiler und das Bündnis 90 wollen nachverhandeln, um den Befürchtungen vor dem zentralistischen Moloch Europa Rechnung zu tragen. Auf einem baldigen EG-Sondergipfel im Oktober soll nun diskutiert werden, ob an Maastricht noch einmal Hand angelegt werden soll. SEITEN 2,3 UND 10

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