Mutmaßliche RAF-Terroristin Klette: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage
Der 67-Jährigen wird unter anderem 20-facher versuchter Mord vorgeworfen. Klette steht aktuell bereits wegen mutmaßlicher Raubüberfälle vor Gericht.
afp | Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette erhoben. Das berichteten am Donnerstag NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf gemeinsame Recherchen. In der Anklage wird der 67-Jährigen demnach unter anderem 20-facher versuchter Mord im Zusammenhang mit einem Angriff auf die US-Botschaft im Jahr 1991 in Bonn vorgeworfen.
Klette und zwei weitere Beteiligte sollen damals mit Maschinengewehren mindestens 250 Schüsse auf die Botschaft abgegeben haben. Der 67-Jährigen werden dem Bericht zufolge in der neuen Anklage zudem erpresserischer Menschenraub und die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag 1993 im südhessischen Weiterstadt zur Last gelegt. Bei dem Anschlag war ein im Bau befindliches Gefängnis massiv zerstört worden.
Die Bundesanwaltschaft beschuldigt Klette außerdem des dreifachen versuchten Mordes bei einem versuchten Anschlag auf ein Gebäude der Deutschen Bank im hessischen Eschborn im Jahr 1990. Im Umfeld aller drei Tatorte hätten die Ermittler Haare oder DNA-Spuren gefunden, die Klette zugeordnet worden seien, berichteten NDR, WDR und SZ. Wie die DNA-Spuren dort hingekommen sind, sei unklar.
Klette steht aktuell bereits seit etwa einem Jahr wegen mutmaßlicher Raubüberfälle vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden. Die Überfälle soll sie nach der Selbstauflösung der RAF gemeinsam mit den beiden weiterhin flüchtigen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben.
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