: Musik aus dem Ameisenhaufen
■ Die Vorschau 1: Manfred Stahnke heute beim Bremer Podium
Wer interessiert daran ist, wie junge KomponistInnen welchen Stil finden, wie sie sich im Wust moderner und postmoderner Ästhetik zurecht- und vor allem ihr Eigenes finden, kann heute abend mit Manfred Stahnke diskutieren, der Gast des Bremer Podiums bei Radio Bremen ist. Der 1951 geborene Musiker ist Professor für Komposition an der Musikhochschule in Hamburg. Stahnke beschäftigt sich seit vielen Jahren mit computergestützten Techniken zur Erprobung einer präzisen Mikrotonmusik, ist allerdings weit davon entfernt, Technik zum Selbstzweck werden zu lassen. Im Gegenteil, er denkt über den europäischen Werkbegriff – mit der heute für ihn überholten Schriftlichkeit – ebenso nach wie über die Geschichte der Straßenmusik – mit den für ihn anregenden improvisatorischen Elementen – und findet zu dem schönen Bild vom Ameisenhaufen: „Wir krabbeln auf einem Ameisenhaufen, und bauen alle an diesem Gebilde Ameisenhaufen – und haben keinen Ameisenkönig, der unsere Krabbelwege lenken würde. Wir lenken uns alle gegenseitig, und das Gebäude, das wir bauen, lenkt unser Bauen. Paradox? Das sind wir!“ usl
Heute abend um 17.30 Workshop mit Manfred Stahnke und um 20.30 Konzert, beides im Sendesaal von Radio Bremen.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen