: Müllhandel
■ Rheinland-Pfalz und das Saarland wollen Sondermüll austauschen / An der Saar wird gelagert, in der Pfalz verbrannt
Saarbrücken/Mainz (taz) - Das SPD-geführte Saarland verhandelt nach Hinweisen der rheinland-pfälzischen Grünen mit der Mainzer CDU-Landesregierung über einen Sondermülldeal. Danach soll geprüft werden, ob hochgiftige Sonderabfälle von der Saar in der geplanten Giftmüllverbrennungsanlage in Kaiseresch bei Koblenz verbrannt werden können. Im Gegenzug könnte rheinland -pfälzischer Giftmüll dann in der ebenfalls geplanten saarländischen Giftmülldeponie bei Eft-Hellendorf „endgelagert“ werden. Brisant macht das rot-schwarze Müllgeschäft ein Paragraph im Vertrag zwischen der Kaiserescher Betreibergesellschaft GBS und der Gemeinde Kaiseresch, in dem es ausdrücklich heißt: „Auf dem Grundstück dürften grundsätzlich nur Sonderabfälle aus Rheinland-Pfalz beseitigt werden.“
Auf Anfrage bestätigte ein Sprecher des saarländischen Umweltministeriums das Interesse „an einem Sondermüllexport“ ins Nachbarland. Für die saarländische Giftmüllentsorgung würde ein Wegfall von Kaiseresch einen weiteren Einbruch im geplanten „Südwestdeutschen Entsorgungsverbund“ bedeuten.
Thomas Krumenacker
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