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Monopolist unter Druck

Bis vor zehn Jahren beherrschte De Beers den Diamantenhandel der Welt. Doch Russland und afrikanische Kleinförderer haben aufgeholt

BERLIN taz ■ Der weltweite Diamantenhandel ist seit Beginn der industriellen Diamantenförderung fest in südafrikanischer Hand. Die wichtigste Diamantenfirma der Welt, De Beers – eine Filiale des südafrikanischen Bergbaukonglomerats Anglo-American – unterhält seit 1934 in London eine „Central Selling Organisation“ (CSO), die die Diamanten der Firma vermarktet und es sich zum Ziel machte, möglichst alle Rohdiamanten der Welt aufzukaufen. Die CSO bietet diese Diamanten zu festgesetzten Terminen in London ausschließlich eingeladenen Abnehmern („sightholders“) an. Jeder, der auf der Welt in größerem Stil mit Diamanten zu tun haben will, muss auf der Liste der CSO-Sightholders stehen. Indem die CSO bestimmt, wie viele Diamanten angeboten werden und wie viele eingelagert bleiben, kontrolliert sie den Weltmarktpreis. Für den An- und Weiterverkauf von Rohdiamanten bildet das belgische Antwerpen mit 85 Prozent des Welthandels das Zentrum.

So lange etwa 70 Prozent der Diamanten der Welt aus Afrika kamen und ihre Vermarktung fest in den Händen südafrikanischer und belgischer Firmen lag, blieb dieses kartellartige Arrangement stabil. Seit etwa 10 Jahren aber steigt auch in anderen Teilen der Welt wie Russland, Australien und Nordamerika die Diamantenförderung stark an, und immer wieder verkaufen Produzenten ihre Diamanten außerhalb des offiziellen Systems. Sie bieten sie unter Umgehung der CSO direkt in Antwerpen an und drücken damit die Preise. Neben dem Hauptverantwortlichen Russland tun dies auch afrikanische Rebellenorganisationen. Jahrelang hat De Beers versucht, dieses Überangebot aufzukaufen, um die Preise zu halten. Dies führte zum Vorwurf, De Beers fördere den kriegsfinanzierenden Diamantenschmuggel, und zu Kampagnen von Nichtregierungsorganisationen (NOGs), De Beers zu zwingen, nur noch legal geförderte Diamanten anzubieten. D.J.

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