piwik no script img

Mondsüchtig

■ Edeltraud Raths Bilder im Finanzkontor

Der Mond hat es der Bremer Künstlerin Edeltraud Rath angetan. Mal erscheint er als blaue Scheibe auf rostbraunem Grund, mal als grauer Halbkreis im schwarzen All. In einem der Büroräume des Versicherungs- und Finanzkontors hängt neben einem Regal mit Ordnern eine ganze „Mond-Ei-Wand“, die den käsigen Erdbegleiter in verschiedenen Farb- und Formvariationen zeigt.

Als Untergrund verwendet sie alte Futtersäcke aus Papier, die sie mit extrem verdünnter Acryl- und Dispersionsfarbe bemalt. Durch die Wirkung des Wassers wellt sich das Papier, so daß „Mondlandschaften“ mit Kratern und Hügeln entstehen.

Neben dem Mondmotiv tauchen immer wieder asiatisch anmutende Tangramformen in Edeltraud Raths Werken auf, die den Bildern etwas Beruhigendes verleihen. Eine Ausnahme bildet die „Rote Wand mit Tangram“, die sich schreiend hinter dem Schreibtisch einer zierlichen Dame mit Fielmann-Brille erhebt und die nüchterne Büroatmosphäre sprengt. Neben der Möglichkeit, Werke zu verkaufen, sieht Edeltraut Rath in dieser Ausstellung die Chance, „Leute zu erreichen, die sonst vielleicht weniger in Galerien gehen.“ Jochen Voit

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen