piwik no script img

Mobilmachung gegen Tiefflüge

■ Flugeinsätze werden in Bayern zum Wahlkampfthema

Bayreuth (dpa) – Tausende von Bürgern in Bayern machen mobil gegen die neuen Nachttiefflugpläne der Bundeswehr. Von Schwandorf in der Oberpfalz bis zur bayerisch-thüringischen Landesgrenze heißt ihr Motto „Bürger gegen Tiefflug in Nordbayern“. Dieser Dachverband hat sich wenige Stunden nach der Vorstellung des neuen Tiefflugkonzepts der Hardthöhe gebildet. Knapp ein Dutzend Bürgerinitiativen schlossen sich zusammen. Mit einer Unterschriftenaktion fordern sie einen generellen Verzicht auf Tiefflüge über besiedeltem Gebiet.

Die Flugeinsätze entlang eines zehn Kilometer breiten Korridors in der Oberpfalz und in Oberfranken sind unvermittelt zum Wahlkampfthema geworden. „Wer CSU und CDU wählt, entscheidet sich für Tiefflug und Lärmterror“, so die SPD-Landsvorsitzende Renate Schmidt. SPD und Grüne halten Tiefflüge nach Ende des kalten Krieges für überflüssig. Schmidt wirft dem bayerischen Ministerpräsident Stoiber vor, er habe sein Wissen „über die geplante Ausweitung des Tiefflug-Terrors aus rein wahltaktischen Gründen bewußt hinter dem Berg gehalten“. Seit acht Monaten sollen die nach Abzug der russischen Luftstreitkräfte aus Ostdeutschland geplanten Änderungen bei den Nachttiefflügen bekannt gewesen sein.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen