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Mit Shivas Dreizack gegen Sikhs

■ Militante Hindu–Gruppen kämpfen mit der Waffe des Gottes Shiva gegen Andersgläubige

Neu Delhi (ips) - Ähnlich wie die Schwerter der Sikhs erlebt jetzt auch der Dreizack, ursprünglich Waffe des Hindu–Gottes Shiva (der für Zerstörungen aller Art zuständig ist), in Indien einen ungeahnten Aufschwung. Militante Hindu–Jugendbanden in der Umgebung der Hauptstadt Delhi haben das altertümliche, aber nichtsdestotrotz tödliche Gerät zu ihrem Markenzeichen erkoren und ziehen damit gegen Angehörige anderer Religionsgemeinschaften zu Felde. Zwar geben sie vor, sich nur gegen die Übergriffe militanter Sikhs und Muslims wehren zu wollen, doch inzwischen gehen zahllose Überfälle und Zusammenstöße mit Unbeteiligten auf das Konto von Shivas selbsternannter Armee. Der Dreizack wird von den Jugendlichen öffentlich in einer grünen, militärisch wirkenden Gürteltasche getragen. Die handelsüblichen Ausführungen sind aus Messing und nicht länger als 25 cm, damit sie nicht unter das Waffengesetz fallen. Auf ein Metallrohr montiert, kann der Dreizack dennoch zu einer tödlichen Waffe werden. Die Metallspieße werden vermutlich in Mradabad, Meerut und Ghaziabad in der Nähe von Delhi produziert, wo es eine traditionelle Messingindustrie gibt und anschließend für 3 Dollar 50 pro Stück von Hindu–Organisationen verscherbelt. Es wird geschlätzt, daß in den vergangenen sechs Monaten mehr als 20.000 Dreizacke bei religiösen Riten ausgegeben wurden. Die Aufnahme in die Kampfbünde wird in Tempeln vollzogen, wo sich die Jugendlichen um ein heiliges Feuer versammeln und schwören, ihren Glauben zu verteidigen. Allein in Delhi gibt es 16 militante Hindu–Jugendgruppen, deren Mitglieder meist arbeitslos sind.

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