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■ Mit FCKW auf du und duSchadensforschung

London (dpa) – Britische Forscher können jetzt deutlicher beschreiben, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) die Ozonschicht schädigen. Ein Wissenschaftlerteam der Uni Cambridge entdeckte einen weiteren chemischen Prozeß, der zur Zerstörung des lebenswichtigen Schutzschildes der Erde beitragen kann. Besonders brisant an der in der Zeitschrift Nature beschriebenen Entdeckung ist, daß der – in Modellrechnungen ermittelte – Ozonschwund nicht auf die Polregionen beschränkt ist, sondern auch in gemäßigten Breiten vorkommen kann.

Bei dem schon länger bekannten Prozeß der Ozonzerstörung durch FCKW aus Spraydosen, Kühl- und Lösungsmitteln sowie bromhaltigen Halonen aus Feuerlöschern spielen sogenannte Stratosphärenwolken eine wesentliche Rolle. Sie bestehen aus winzigen Eiskristallen, die gefrorene Salpetersäure enthalten. Entstehen können diese Wolken nur bei sehr tiefen Temperaturen, wie sie für den dunklen Südpolarwinter über der Antarktis typisch sind.

Der jetzt neu entdeckte Mechanismus kommt demgegenüber ohne tiefe Temperaturen aus, schreiben die Wissenschaftler. Ein Abbauprodukt der FCKW, sogenanntes Chlornitrat, das bislang als inaktiv und ungefährlich galt, kann demnach unter bestimmten Bedingungen ebenfalls Ozon angreifen. Dies geschieht im späten Frühjahr, wenn die Sonne über den Polargebieten wieder erscheint und die eisigen Stratosphärenwolken sich auflösen. Da das Chlornitrat in den hohen Schichten der Atmosphäre aus antarktischen und arktischen Regionen in gemäßigte Breiten transportiert werden kann, kann es auch dort gefährlich werden. Den Modellrechnungen zufolge könnte ein erheblicher Teil des Ozonschwundes in den wärmeren Breiten der Erde auf diesen Mechanismus zurückgehen.

Wird die Ozonschicht dünner, die sich in der Stratosphäre in zehn bis 50 Kilometern Höhe befindet, ist wegen der erhöhten UV-Strahlung mit einem Anstieg von Hautkrebs und Augenleiden sowie mit Ernteverlusten zu rechnen. Da es Jahre dauert, bis das FCKW in den fernen Regionen angekommen ist, geht das Zerstörungswerk noch Jahre weiter.

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