: Milde Sorte
■ Ein neuer Fernsehkanal in Hongkong
Hongkong (AFP/taz) – Kein Sex, keine Gewalt und auch keine Nachrichten. Das ist das Programmkonzept des jüngsten Fernsehsenders in Honkong, des „China Entertainment Television“ (CETV). Hinter dem Projekt steht der chinesische TV-Tycoon Robert Chua. Und der will mit der seichten Mischung aus Seifenopern, Talk-Shows, Country-Musik und Quizsendungen in spätestens drei Jahren das große Geld machen. Seit Dezember ist CETV auf Sendung. Rund acht Millionen Haushalte in Ostasien schalten schon jetzt täglich das 24-Stunden- Programm ein.
Mit seinem klinisch reinen Familienprogramm kann Chua sicher sein, daß die staatliche Programmaufsicht den Sender nicht abschaltet, wenn in den größeren chinesischen Städten die Kabelkanäle neu verteilt werden. Doch in diesem Licht möchte Chua sein Programm gar nicht sehen: Ostasiaten hätten ganz einfach die Nase voll von Blut und Gewalt auf ihren Bildschirmen. Außerdem, so betont er, sei es viel schwieriger, ein Programm seiner Güte zu produzieren. „Für Sex-and-Crime-Sendungen muß man überhaupt nicht kreativ sein“, sagt der in Singapur geborene Fernsehveteran, der schon für den Rundfunk in Australien, Singapur und Hongkong gearbeitet hat. Chuas Kanal zählt auf dem Fernsehmarkt zu den Billigunternehmen. Rund 40 Millionen Mark haben Chua und seine Partner, die stets im Hintergrund bleiben, investiert. Mit 130 Mitarbeitern ging CETV an den Start – das gilt als Minimalausstattung. Doch Chua ist optimistisch, daß sein Sender dennoch funktioniert. Im kommenden Jahr will CETV 1.000 Stunden Programm produzieren, die ergänzt werden sollen durch Koproduktionen und einige „sorgfältig ausgewählte Importe aus dem Westen“.
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