: Milchbauern machen Druck
Foto: reuters
Milchkannen statt Fußbälle: Spieler des italienischen Serie-A-Clubs Cagliari Calcio haben sich mit wütenden Milchbauern auf Sardinien solidarisiert. Rund hundert Bauern haben nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Samstag aus Protest gegen einen Verfall der Milchpreise die Ausgänge des Trainingsgeländes des Clubs versperrt und ein Gespräch mit den Spielern verlangt. Ein Vertreter der Bauern rief die Spieler auf, aus Solidarität die Partie gegen den AC Mailand am Sonntagabend abzusagen. Das geschah zwar nicht. Aber auf einem Video war zu sehen, wie einige Spieler – in Manier der Protestierenden – Milcheimer umtraten. Außerdem verpassten die Profis ihren geplanten Flug. Die Milchbauern schrieben damit ein neues Kapitel in der an kreativen Protestformen reichen Sportgeschichte. Erinnert sei zum Beispiel an die Reise der südafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft nach Irland, Wales und England im Jahr 1969. Demonstranten veranstalteten Sitzblockaden, stürmten das Spielfeld, machten das Geläuf durch Glasscherben unbespielbar. In Hotels verklebten Aktivisten die Schlösser der Hoteltüren, Busfahrer chauffierten die Spieler an falsche Spielorte. Techniker der BBC weigerten sich, die Begegnungen zu übertragen. All das ein Zeichen der Ächtung des damaligen Apartheidstaates.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen