piwik no script img

Mehr Wärmedämmung

■ „Arbeit und Klimaschutz“: neuer Initiativkreis für Energiesparmaßnahmen

Wenn alle Hamburger Wohnhäuser ordentlich wärmeisoliert wären, ließen sich 70 Prozent der Heizenergie einsparen, und die Elbmetropole könnte ihren klimakillenden Kohlendioxidausstoß um ein Viertel senken. Leider, bedauerte Umweltsenator Alexander Porschke (GAL) gestern, sieht die Realität anders aus: Immer noch sind 85 Prozent der Hamburger Gebäude unzureichend wärmegedämmt.

Woran das liegt, weiß keiner so genau. An mangelndem guten Willen jedenfalls nicht. Das beteuerten Gewerkschaften, Umweltverbände, Wohnungsunternehmen, Bauindustrie, Handwerk, Architekten, Ingenieure und sogar die Hamburg Messe, die sich gestern im Rathaus zum Initiativkreis „Arbeit und Klimaschutz“ zusammenschlossen. Ziel des Bündnisses ist eine „konzertierte Aktion für zusätzliche Energiesparmaßnahmen im Gebäudebestand“.

Konkret bedeutet das, daß man sich nicht länger behindern, sondern im Interesse der Sache, also des Klimaschutzes, künftig enger zusammenarbeiten will. „Neben den eigenen Entscheidungen muß auch die Bedeutung der Entscheidung anderer für das gewünschte Ergebnis beachtet werden“, orakelte Hamburgs SPD-Bürgermeister Ortwin Runde in diesem Zusammenhang. Der Initiativkreis, der Anfang Juli vom Senat angestoßen worden war, will sich Gedanken machen, wie interessierte Gebäudebesitzer besser informiert und beraten werden können, mietrechtliche Fragen der Wärmedämmung klären und ein Impulsprogramm zur Qualifizierung von Architekten, Ingenieuren, Handwerk und Bauherren auf dem Gebiet des energiesparenden Bauens und Sanierens starten.

Gestern übte sich der Kreis im Schulterklopfen: Saga-Vorstand Willi Hoppenstedt erwähnte „erhebliche“ bereits getätigte Wärmeschutz-Investitionen. Die Bauinnung Hamburg erklärte, ihren „Sachverstand“ großzügig zur Verfügung zu stellen, und Senator Porschke resümierte: „Die Einigkeit über das Ziel ist wichtig.“ hh

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen