: Medizinexport gestattet
SYDNEY afp ■ Handelsminister aus 25 Ländern haben am Freitag in Sydney grünes Licht für den Export von Billigmedikamenten in Entwicklungsländer gegeben. Der australische Handelsminister Mark Vaile sprach von einer „moralischen Verpflichtung“, die die Industrieländer damit erfüllten. Die Hilfsorganisationen Oxfam und Ärzte ohne Grenzen kritisierten den Beschluss als „politischem Unsinn“, da vor dem Export bürokratische Hürden aufgebaut würden. Die Nachahmerprodukte sollen vor allem gegen Aids, Malaria und Tuberkulose eingesetzt werden. Vor einem Jahr hatte die Welthandelsorganisation WTO den Entwicklungsländern bereits erlaubt, in Ausnahmesituationen ohne Rücksicht auf bestehende Patente selbst Nachahmer-Medikamente zu produzieren. Entwicklungsländer, die keine Pharmaindustrie haben, durften bisher allerdings keine Nachahmerprodukte importieren. Sie dürfen nach dem Urheberrechtsabkommen erst produziert werden, wenn das Patent auf das Orginalpräparat abgelaufen ist.
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