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Medizinermangel Mit Geld lockt man Ärzte

Kommentar von

Uta Gensichen

Tausende Ärzte im Norden gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Um die jungen Mediziner in die leeren Praxen zu locken, tut Mecklenburg-Vorpommern das einzig Richtige: Es verspricht Geld.

W er heutzutage eine Arztpraxis auf dem Land übernimmt, braucht erstens eine Zulassung, zweitens ein dickes Geldpolster und drittens - Ideale. Weil junge Ärzte heute aber lieber im Ausland ihren Horizont erweitern oder in der Industrie ihre Karriere voranbringen wollen, stirbt die Gattung Landarzt allmählich aus. Richtig reagiert darauf ausgerechnet das ärmste unter den Flächenländern: Mecklenburg-Vorpommern lockt den Nachwuchs mit Zuschüssen.

Das Wedeln mit Geldscheinen ist vermutlich der letzte Weg, um Mediziner für das Arbeiten in der Provinz zu begeistern. Dabei werden sie gerade dort dringend benötigt. Weil das Durchschnittsalter auf dem Land höher ist, sitzen in den Wartezimmern mehr Patienten mit chronischen Krankheiten. Wegen der Überalterung der Bevölkerung ist also vor allem in dünn besiedelten Gegenden der Bedarf an ambulanter Versorgung gestiegen.

Gründe gegen die eigene Praxis gibt es viele: die wachsende Bürokratisierung, Honorar-Debatten, vor allem aber die Kosten. Viele Praxen sind vollgestopft mit teuren Maschinen, oftmals finanziert über Kredite. 50.000 Euro für die Übernahme einer Praxis zu bieten, das mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Trotzdem ist die Idee von Mecklenburg-Vorpommern die bisher beste, die ein Flächenland gegen den Ärztemangel hervorgebracht hat.

Uta Gensichen Hamburg-Redakteurin

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