Medienforum NRW: Dinosaurier unter sich

Seht her, wir sind noch da! Auf dem Medienforum NRW wird viel Wasser getreten – und ein Blogger bringt die Anwesenden auf die Palme.

Zeitung und iPad in friedlicher Koexistenz: Auf dem Medienforum NRW. Bild: dpa

KÖLN taz | Alles ist im Fluss – und draußen regnet's. Nein, die Medienbranche hat schon schönere Zeiten erlebt, vor allem die "Dinosaurier" von Presse, Funk und Fernsehen. Weshalb Veranstaltungen wie das Medienforum NRW auch immer etwas Tröstliches haben: Seht her, wir sind noch da! Wurden früher in Köln zwischendurch schon mal Trends geboren, tritt man heute allerdings, passend zum Wetter, Wasser.

Also sagt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), dass sie ARD und ZDF lieber werbefrei will. Das ist relativ gefahrlos, weil an diesem Punkt die CDU wie beim Atomausstieg launisch-wechselwarm und gerade mal wieder dagegen ist. Außerdem will Kraft Regionalzeitungen mit Recherche-Stipendien und Weiterbildungsangeboten unter die gar nicht so armen Arme greifen, was Verlegerpräsident Helmut Heinen verlegen macht: Er bemüht die "Staatsferne" der Presse gegen solch fürsorgliche Zuwendung.

Dem Blogger Richard Gutjahr hat die innere Logik in der Eröffnungsrunde die Rolle des Enfant terrible zugedacht. Der poltert gegen die anwesenden Fernsehfrauen von WDR-Intendantin Monika Piel bis RTL-Chefin Anke Schäferkordt: Sie seien ahnungslos wie afrikanische Potentaten und würden - wie die - demnächst von der ein oder anderen "Revolution kalt erwischt".

Was einigermaßen lustig ist, weil Gutjahr (laut jetzt "Die Antwort des BR auf Scarlett O'Hara") auch fürs Öffentlich-Rechtliche arbeitet und vor allem die Angesprochenen sofort auf allen verfügbaren Palmen sind.

Und dann schlich zur Eröffnung des Medienforums NRW auch noch das Elefant terrible der Konkurrenz durch die heiligen Hallen: Bei den Münchner Medientagen gibt ein gewisser Helmut Markwort nach schlappen zehn Jahren die Moderation der dortigen "Elefantenrunde" ab.

Das ist doch mal eine Nachricht, die leider auch keinen Trend setzt. Markworts Nachfolger, so die SZ, wird nämlich Wirtschaftswoche-Chefzyniker Roland Tichy.

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