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Warschau (dpa) – Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes Polens, wonach Journalisten von Staatsanwälten oder Gerichten zur Preisgabe ihrer Informationsquellen verpflichtet werden können, hat unter Journalisten und Politikern einen Proteststurm ausgelöst. Die polnischen Zeitungen veröffentlichten gestern einen von 14 Chefredakteuren unterzeichneten Appell an den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, dieses Urteil vom Donnerstag letzter Woche abzuändern. „Es (das Urteil) macht es den Journalisten unmöglich, auf inoffiziellem Wege Nachrichten zu erlangen ... Dies ist besonders wichtig im heutigen Polen, wo die Grundregeln der demokratischen Ordnung noch nicht ausgeformt sind“, heißt es in dem Appell. Ein Redakteur der liberalen Gazeta Wyborcza hatte sich geweigert, als Zeuge in einem Strafverfahren den Autoren eines Artikels preiszugeben. Lieber werde er seine Freiheitsstrafe absitzen.

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