: Massenproteste gegen Terror in Spanien
Regierungschef Aznar will sich der Offensive der ETA nicht beugen. Gewerkschaften rufen zu Schweigeminute auf
MADRID taz ■ „Sie werden uns weder in die Knie zwingen noch von einer Politik abbringen“, erklärte José María Aznar am Dienstag. Der spanische Regierungspräsident meldete sich damit erstmals zu Wort, seit die baskische ETA am Samstagabend im südspanischen Málaga einen Stadtrat seiner konservativen Partido Popular (PP) erschoss und keine 24 Stunden später in der Nähe der zentralspanischen Stadt Soria eine Autobombe vor einer Polizeikaserne zur Explosion brachte. „Der Weg ist lang, aber es ist der einzige Weg“, verteidigte Aznar in Algier seine Politik der Härte, die vor allem auf polizeiliche Ermittlungen gegen die bewaffnete Separatistengruppe setzt. Aznar befindet sich gegenwärtig auf Staatsbesuch in Algerien.
Hunderttausende gingen am Montagabend in ganz Spanien gegen ETA auf die Straßen. Alleine in Málaga waren es 300.000 Menschen, die auf diese Art ihres erschossenen Stadtrates gedachten. Der baskische Regierungschef Juan José Ibarretxe sagte im letzten Augenblick seine Teilnahme ab.
Für den heutigen Mittwochabend rufen alle demokratischen Parteien und Gewerkschaften in Madrid zu einer Schweigekundgebung auf. REINER WANDLER
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