: Massenflucht in Nigeria
Über 30.000 Flüchtlinge nach Gewalt in Kaduna. Menschenrechtler kritisieren Armeemitglieder
LAGOS/KADUNA afp/rtr/taz ■ Mehr als 30.000 Menschen sind vor den blutigen Ausschreitungen in der nordnigerianischen Stadt Kaduna geflohen. Bis zum Wochenende hätten mehr Bewohner als angenommen die Stadt verlassen, teilte der Leiter des nigerianischen Roten Kreuzes, Emmanuel Ijewere, gestern mit. Rund 220 Menschen wurden bei den Unruhen getötet.
Die Menschenrechtsgruppe „Civil Rights Congress“ erhob schwere Vorwürfe gegen Soldaten, die sich offenbar an der Gewalt beteiligt hätten. „Wir haben 15 Namen von Leuten, die von Soldaten aus ihren Häusern entführt und bei einem Flussufer erschossen worden sein sollen“, sagte der Leiter der Gruppe, Shehu Sani. Es habe sich um Muslime gehandelt. „Nach unseren Aufzeichnungen sind 70 Prozent der Toten an Schussverletzungen gestorben. Das ist seltsam, weil die Gewalttäter mit Macheten, Messern und Knüppel bewaffnet waren, nicht mit Schusswaffen.“
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