■ Marketing (1): Nutzen verfehlt
Bei Marktuntersuchungen erkannten zwei führende Schweizer Seilbahnbauer unabhängig voneinander einen wachsenden Markt für Seilbahnen mit großer Beförderungskapazität. Beide Unternehmen kamen mit jeweils technisch guten, gänzlich neu entwickelten Produkten auf den Markt. Doch waren sie nicht zu verkaufen. Erfolg war vielmehr einer anderen Firma beschieden, deren technisches Konzept zur Erweiterung der Kapazitäten in den bereits bestehenden Gebäuden der Kunden umsetzbar war. „Wir haben gar nicht mehr über den Preis geredet. Für uns hat nur gezählt, daß wir keine neue Baugenehmigung brauchten“, kommentierte später einer der Kunden die Entscheidung. Das bedeutet: Die Entwickler der beiden neuen Systeme haben nicht nutzenorientiert gearbeitet. Mangels Marketing waren sie nicht in der Lage, die Wünsche ihrer Kunden präzise zu beurteilen. Fazit: Die Entwicklung eines Produktes lohnt nur dann, wenn dessen Nutzen für den Kunden begreifbar und realisierbar ist. Es reicht weder, daß der Hersteller allein den Nutzen begreift, noch daß der Kunde den Nutzen zwar begreift, das Produkt aber, warum auch immer, nicht kaufen kann. ms/alo
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen