: Marke Herzog
Kaum eine Woche im Amt und schon auf der Briefmarke: Roman Herzog. Weil der Neue immer noch keine flottere Brille hat, verzichtete die Bundespost vorerst auf ein Konterfei. Sie druckte ein gelbes Ortsschild mit der Aufschrift „Herzogsägmühle“. Was will uns diese Marke sägen? Bezieht sie sich auf das Kettensägenmassaker, das Herzog mit der deutschen Sprache zu veranstalten pflegt? Beklagt das Wertzeichen die „Unbehaustheit“ (Herzog) in geschlossenen Ortschaften, oder empfiehlt sie „Unverkrampftheit“ (Herzog) gegenüber den bösen Mühlen der Geschichte? Steht die kleine Hütte in der Mitte für das europäische Haus, für die Paulskirche oder gar für die Mauer in den Köpfen? Der Fachbereich Postphilatelie im Postministerium weiß es besser: Die „Herzogsägmühle“ in Bayern wurde vor 100 Jahren als „Arbeiterkolonie“ gegründet und ist heute ein kirchliches „soziales Dorf“. kotte
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen