: „Manuel Neuer hat eine sehr personalisierte Altersarbeitszeitdebatte entfacht“
Johannes Kopp
Der 40-jährige Fußballtorhüter Manuel Neuer sollte auf jeden Fall länger arbeiten. Wenn wir schon nicht Exportweltmeister werden, dann wenigstens Fußballweltmeister.
Foto: privat
Johannes Kopp ist Redakteur in der Sportredaktion der taz
Die magische Nacht von Madrid diese Woche, in der Neuer im Tor des FC Bayern München nahezu alle Schüsse der Stars von Real Madrid mit verblüffenden Reflexen entschärfte, hat eine sehr personalisierte Altersarbeitszeitdebatte entfacht. Etliche Experten fordern seine Wiedereingliederung ins DFB-Team. Sie scheren sich nicht um seinen Entschluss nach der EM 2024, in den Nationalmannschaftsruhestand zu treten. Nun wird ein gestörtes Verhältnis zu Bundestrainer Nagelsmann dafür verantwortlich gemacht, dass im deutschen Tor nicht mehr alles so ist, wie es einmal war.
Die Sehnsucht nach Neuer ist bemerkenswert. Es entsteht der Eindruck, einen Verzicht auf den Weltmeister von 2014 könne sich die DFB-Elf nicht mehr leisten. Dass ihn das Fachmagazin Kicker diese Saison in einem Leistungsranking erneut unterhalb der Kategorie „Internationale Klasse“ eingestufte, hindert ehemalige Spielerkollegen nicht, ihn weiter als weltbesten Torhüter zu preisen. Vielleicht wird ja doch noch mal alles so wie früher.
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