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Machtwechsel in Malawi

■ Opposition gewinnt die Wahlen / Präsident Banda gesteht Schlappe ein

Lilongwe (AFP) – Nach 30 Jahren Diktatur haben sich die Einwohner des südostafrikanischen Landes Malawi für einen Machtwechsel entschieden. Aus den Parlamentswahlen vom Dienstag ging die oppositionelle Vereinigte Demokratische Front (UDF) von Bakili Muluzi vorläufigen Ergebnissen zufolge als Siegerin hervor. Muluzi siegte den Resultaten zufolge auch bei den Präsidentschaftswahlen.

Der bisherige Präsident und Kandidat der Malawischen Kongreßpartei (MCP), Hastings Kamuzu Banda, räumte gestern seine Niederlage ein. Im staatlichen Radiosender gratulierte der wahrscheinlich mehr als 90jährige, der sein Land seit der Unabhängigkeit als Einparteienstaat auf diktatorische Weise regiert hatte, seinem ehemaligen Vertrauten Muluzi zum Sieg. Gleichzeitig rief er die Bürger auf, nach den Wahlen zusammenzuarbeiten und nicht auf Rache zu sinnen. Banda dankte für die „friedliche und disziplinierte Weise“, in der die Abstimmung vonstatten gegangen sei.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge lag nach Auszählung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen die UDF bei 42 Prozent. Die Partei Bandas kam hiernach auf 35 Prozent und die Allianz für die Demokratie (AFORD) auf 23 Prozent. Prognosen zufolge dürfte keine der Parteien in der südostafrikanischen Republik die absolute Mehrheit erreichen. Die UDF will möglicherweise eine Koalition mit AFORD eingehen.

In seiner Radioansprache versicherte Banda dem wahrscheinlich künftigen Präsidenten Muluzi, daß die MCP mit der „neuen Regierung zusammenarbeiten wird, um die Demokratie in Malawi zu errichten“. Malawi habe sich durch die friedliche Art und Weise, in der der Übergang zur Demokratie vollzogen wurde, „den Respekt der Welt erworben“, betonte der greise Politiker.

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