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Lübeck: Synagoge sollte keine Festung sein

■ Schutzmaßnahmen verteidigt

Kiel (taz) – Die Jüdische Gemeinde Hamburg/Schleswig-Holstein und der Kieler Innenminister Ekkehard Wienholtz sind sich einig: Einen hundertprozentigen Schutz für die Lübecker Synagoge kann es nicht geben. Der Innenminister schilderte gestern in Kiel die Sicherheitsmaßnahmen.

Nach dem ersten Anschlag auf die Lübecker Synagoge am 25. März vergangenen Jahres war gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden. Alle Fenster in dem Gebäude sind durchwurf- und einbruchhemmend verglast und Sicherheitstüren eingebaut worden. Diese präventiven Maßnahmen hätten dazu geführt, daß die erneute Tat am 7. Mai „im Versuchsstadium“ beendet worden sei, meinte Wienholtz. Vor der Tür zu den Wohnungen war ein ausgebrannter Brandsatz gefunden worden, die Tür war jedoch nicht in Flammen aufgegangen.

Die Sicherheitsmaßnahmen für den Außenbereich lassen allerdings noch auf sich warten: Wienholtz rechnet damit, daß die Erhöhung der Außenmauer durch einen ein Meter hohen Stahlgitterzaun und die Installation von sechs Halogenstrahlern mit Bewegungsmeldern erst zum 1. Juli realisiert werden. Bereits im Oktober wurden die Anträge gestellt, erst Mitte März kam das grüne Licht von der Stadt Lübeck. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn gerade die Arbeiten im Außenbereich schon fertig gewesen wären, räumte er ein. Die Landesregierung hat 1994 dafür 282.000 Mark zur Verfügung gestellt. Ausdrücklich betonte Wienholtz, daß der Vorstand der Jüdischen Gemeinde der Polizei keinerlei Versäumnisse vorwerfe. Eine Synagoge als Festung mit Stacheldraht und Panzerglas sowie unter ständiger Polizeibewachung sei unwürdig und unzumutbar. Kersten Kampe

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