: Lokalkoloratur
■ Werner Jantosch
LOKALKOLORATUR
Schreck für Hamburgs Fahrraddiebe. Erst hatten „Mopo“ und „Bild“ gemeldet, der Durchschnittswert aller im vergangenen Jahr gestohlenen 21 547 Drahtesel betrage 1401 Mark. „Bild“ stolz: „Damit ist Hamburg Spitzenreiter. Bundesweit kostete ein geklautes Rad 571 Mark.“ Aber dann, oje der arme, mußte Polizeisprecher Werner Jantosch zugeben, daß es sich um einen Rechenfehler der Polizeistatistik
handelt. Der Fehler werde ermittelt, sagte er und zog sich hinter seinen Schreibtisch zurück, um sich angesichts der im Rechnen unsicheren Sicherheitsbeamten zu grämen. Gestern nachmittag war er jedenfalls nicht mehr zu erreichen. Sein Kollege Jens Buck mußte gestehen, daß der Fehler bisher nicht gefunden werden konnte. Genauso wie 96 Prozent der geklauten Räder. „Wir stehen vor einem Plausibilitätsproblem.“ Jedes als gestohlen gemeldete Fahrrad wird statistisch erfaßt. Die Auswertung übernimmt der Computer. Der hat ganz offensichtlich die Polizeistatistik mit den Verkaufszahlen in „Pit's Fahrradladen“ verwechselt. Dort gibt es Räder zwischen 1000 und 1800 Mark. Montag soll nun die Statistik-Zahl feststehen. Vorläufig wurde sie nach guter alter Beamtenmanier korrigiert. Auf das bundesdeutsche Normalniveau: 500 bis 600 Mark. tos
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen