: Lokalkoloratur
So einfach läßt sich ein Mann wie Egbert Kossak nicht aus dem öffentlichen Leben katapultieren: Hamburgs ehemaliger Oberbaudirektor, der im vergangenen Jahr nach Ablauf seiner 18jährigen Amtszeit mit erst 62 Jahren zwangspensioniert wurde, feiert sein Comeback. Und zwar – ganz zeitgemäß – mit einem furiosen Internet-auftritt. Unter www.hamburg.de können alle Nutzer des staatlichen Internetangebots seit einigen Tagen per e-mail Postkarten versenden. Aber nicht irgendwelche, nein! Unter der Rubrik „Hamburg in Bildern“ firmiert eine „Auswahl von 96 Fotografien von Prof. Egbert Kossak“, teilt die Staatliche Pressestelle mit. Man stelle sich vor: 96mal Kossak, eine Augenweide. Lächelnd vor backsteinroten Wohnsilos, wutschnaubend im Gespräch mit Architekten, kokettierend bei Sektempfängen. Aber so schön ist es – leider, leider – doch nicht. Bei den 96 Fotografien handelt es sich nicht um Portraits des Stars, sondern um Hamburg-Motive des verrenteten Hobbyphotographen Kossak. hh
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen