Linksextreme Straftäter: Sitzblockaden verfälschen Statistik

Um 40 Prozent seien politisch motivierte Straftaten durch Linke zuletzt angestiegen, meldete das Innenministerium. Nun korrigiert der „Spiegel“: Die Statistik trügt.

Sieht gemütlich aus, wird aber als „politisch motivierte Straftat“ im Innenministerium geführt. Bild: dpa

BERLIN dpa | Die Bedrohung durch linksextreme Straftäter ist nach einem Bericht des Spiegels geringer als in den Statistiken dargestellt. Das Bundesinnenministerium hatte kürzlich gemeldet, Linke hätten im vergangenen Jahr 8.673 politisch motivierte Straftaten verübt – 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Tatsächlich sind für den Anstieg dem Nachrichtenmagazin zufolge im wesentlichen Sachbeschädigungen, vor allem aber „Verstöße gegen das Versammlungsgesetz“ verantwortlich. Dahinter würden sich auch Hunderte Fälle von Sitzblockaden verbergen, viele davon gegen Aufmärsche von Neonazis.

Die Zahl dieser Verstöße sei von 802 auf 1.924 gestiegen. In Polizeikreisen werde die Statistik als „abstrus“ bewertet. „Wenn jemand aus dem bürgerlichen Lager an einer Sitzblockade teilnimmt, begeht er zwar eine Straftat. Aber man muss sich fragen, ob es Sinn macht, das als „politisch motivierte Kriminalität links“ zu melden“, sagte ein hochrangiger Ermittler.

Das Bundesinnenministerium hat laut Spiegel deshalb Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter aufgefordert, den Themenfeldkatalog für politisch motivierte Straftaten zu überarbeiten.

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