Liebeserklärung: Alles wird gut
Frank Plasberg wird die kritisierte Gender-Sendung wiederholen. In gleicher Besetzung. Doch diesmal wird alles ganz anders
Was gut ist, kommt wieder“, tröstet sich der Skatspieler, hat sich der Geber bei einem guten Blatt vergeben. Und so wird auch „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“, gelaufen im März im Rahmen der Frank Plasberg-Talkshow „Hart aber fair“, am 7. September einfach neu aufgelegt. Der erste Versuch war eigentlich schon der Kracher, doch nach Protesten ultrahässlicher Feministinnen und zartbesaiteter Zeitgenossen gegen das vom Moderator angeheizte Gender-Bashing, folgt nun das weichgespülte Update in derselben Besetzung. Nur der Grünen-Politiker Anton Hofreiter wird fehlen. Offiziell ist er „im Urlaub“, wohl eine Spätfolge der Märzsendung – wir senden hiermit unsere besten Genesungswünsche.
Stattdessen ist eine noch nicht benannte Vertreterin von Frauenverbänden mit dabei, doch, wer weiß, vielleicht lauschen wir ja auch den klugen Gedanken einer Ronja von Rönne. Das wird der Ausgewogenheit der Runde sicher guttun.
Wie einst im März auch diesmal wieder mit von der Partie: die Bloggerin Anne Wizorek als Stimme der Vernunft, Birgit Kelle, der Dolchstoß im Rücken des Feminismus, Pantoffelmacker Wolfgang Kubicki (FDP) und die Dingsda Sophie Thomalla. Mit weniger Schaum vorm und dafür mehr Argumenten im Mund werden sie sich, versprochen, um eine sachliche Diskussion bemühen. Liebe wird das Studio durchfluten und die Botschaft in die Wohnzimmer beamen: Eigentlich wollen wir doch alle dasselbe, auch wenn wir verschiedene Worte dafür haben. Alles wird gut. FSK ab 0.
Das Motto des Abklatsches steht noch nicht fest, doch auch hier kann nun die überfällige Korrektur des tendenziösen Vorgängertitels erfolgen. Ein paar versöhnliche Vorschläge sind immerhin schon durchgesickert: „Gender ohne Ständer“, „Auch ein Rüde hört auf ‚Sitz!‘ “ und „Dann mach doch den Mund zu“. Uli Hannemann
taz lesen kann jede:r
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 40.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen