: Li Peng nach Massaker wieder in Westeuropa
Peking (dpa) — Knapp drei Jahre nach dem Pekinger Massaker ist Chinas Ministerpräsident Li Peng im Westen offensichtlich wieder ein gern gesehener Gast. Ende Januar wird er erstmals zu Besuchen in Italien, der Schweiz und Malta erwartet. Li Peng gilt als einer der Mitverantwortlichen für die blutige Niederwerfung der Demokratiebewegung in seinem Land.
Italien ist das erste Land der Europäischen Gemeinschaft, das Li Peng seit der von der EG erlassenen und inzwischen aufgehobenen Kontaktsperre wieder empfangen wird. Der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti hatte Li Peng bereits bei seinem Pekingbesuch im September vergangenen Jahres eingeladen. In der italienischen Öffentlichkeit stieß er damit allerdings auf breite Kritik.
Neben seinen Regierungsgesprächen in Bern wird Li Peng vor einem hochrangigen Kreis westlicher Politiker und Industrieller auf dem renommierten Weltwirtschaftsforum in Davos sprechen. Der Hintergrund für seinen Auftritt: Li Peng hat sich entgegen seiner früher konservativ- planwirtschaftlichen Haltung jetzt ebenfalls für eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Reformen in China ausgesprochen, die helfen sollen, die Macht der KP zu erhalten.
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