LeserInnenbriefe zur Coronakrise: „Seid ihr noch unabhängig?“

Einige LeserInnen sind in der Coronakrise von der taz enttäuscht. Sie geben uns Anregungen für die Berichterstattung. Wir dokumentieren einige.

Eine junge frau malt mit Malkreiden

Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen in Stuttgart Foto: Jens Gyarmaty

Etliche LeserInnen und GenossInnen haben sich die taz in den letzten Wochen sehr viel kritischer gewünscht. Einige kündigten sogar ihr Abo oder ihren Genossenschaftsanteil. Ihr Vorwurf: Wir haben viele wichtige Fragen in der taz gar nicht erst gestellt.

Sie fragen: Lebt Journalismus nicht von der Kritik, gerade bei unserer von Konzernen unabhängigen taz? Gerade in Ausnahmezeiten? Hätten wir nicht die Regierungsmaßnahmen von Anfang an stärker hinterfragen sollen? Haben wir nicht viel zu wenig unterschiedliche Meinungen abgebildet? Haben wir in der medizinischen Recherche nicht auch zu wenig geleistet?

Die zum Teil sehr scharfe Kritik unserer LeserInnen hat einen taz-Schwerpunkt mit inspiriert, deshalb geben wir den KritikerInnen als Auftakt für unsere „Entschwörungstaz“ noch einmal größeren Raum. Wir haben alle viel gelernt in diesen letzten Wochen. Und alle zusammen haben wir zum allerersten Mal eine Pandemie mit globalen, radikalen Lockdown-Maßnahmen erlebt. Auch mithilfe der LeserInnenkritik werden wir den noch kommenden Herausforderungen hoffentlich immer besser gerecht.

Gaby Sohl, Leserbriefredaktion

Warum nicht emanzipierter?

Liebe taz, wir freuen uns, endlich die Muße für den Schritt in die Genossenschaft gefunden zu haben. Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Schritt ist nicht durch die überzeugende Corona-Berichterstattung der taz ausgelöst, Letztere hätte in unseren Augen durchaus etwas emanzipierter erfolgen können.

Jens und Andrea Engler, Oldenburg

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Warum so affirmativ?

Als langjähriger taz-Leser bin ich entsetzt über die affirmative und kritiklose Berichterstattung. Wo bleiben kritische Stimmen, Nachfragen und Berichte über Andersdenkende? Insbesondere vermisse ich eine vertiefte Berichterstattung über den Bericht aus dem Innenministerium. Wo bleiben Nachfragen an die Regierung? Rolf Zimmermann, Kordel

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Bildet bitte die Meinungsvielfalt ab

Als Leser und Noch-Immer-Genosse möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich in Zeiten der Coronamaßnahmen nichts davon spüre, dass ihr/wir unabhängig sind. In der Tradition der taz wäre es die Pflicht dieser „unabhängigen“ Tageszeitung, eine breite Meinungsvielfalt abzubilden und ein Vorreiter zu sein für eine kritische Auseinandersetzung mit der Einschätzung der Coronalage und den daraus abgeleiteten, beispiellosen, die Grundrechte aussetzenden Entscheidungen. Wenn ihr der Auffassung seid, dass ihr noch in dieser Tradition agiert und eine kritische Auseinandersetzung in eurem/unserem Blatt abbildet, lasst es mich wissen, beweist es mir.

Markus Scheffer, Geldern

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Andere Meinung nicht geduldet?

In vereinzelten Leserbriefen wird zwar zarte Kritik abgedruckt, aber in der Berichterstattung wird keine anderslautende Meinung erklärt, geschweige denn geduldet. Virologen, Mikrobiologen und Epidemiologen mit anderen Erklärungen finde ich nur im Netz oder im TV. Zeitgleich und haarsträubenderweise werden in der taz alle Teilnehmer von Freiheits- und Grundgesetzdemonstrationen mit dem neuen Schimpfwort „Aluhutträger“ belegt. Und das bevor überhaupt absehbar ist, in welche Richtung diese Bewegung geht und wer sich dort durchsetzt. Es reicht!

Michael Nagursky, Hochstätten

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Nur lustlos durchgeblättert...

Das hätte ich mir vor ein paar Wochen nicht vorstellen können, dass ich die taz nur lustlos durchblättere und dann ganz zur Seite lege. Das Coronavirus scheint ja die letzten kritischen Stimmen verstummen zu lassen. Der heutige polemische Artikel über Impfkritiker war für mich nur der letzte Tropfen. Ich bin Genossin geworden, weil ich unabhängigen Journalismus unterstützen wollte. Die wochenlange, einseitige Corona-Berichterstattung fällt für mich nicht darunter.

Karin Schäfer, Bielefeld

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„... ich fühle mich entmündigt“

In der taz wird bestätigt, dass Facebook „aggressiv gegen Falschinformationen vorgeht und dass Tausende Beiträge, die zur unmittelbaren Gefahr werden könnten, entfernt werden“. Mit so einer Zensur fühle ich mich entmündigt. Betroffen erfährt man, dass die Bundesregierung die Schadenanalyse eines hohen Beamten im Innenministerium unter den Tisch kehrt und den Verfasser beurlaubt. Warum? Der Verfasser hat recherchiert und hat festgestellt, dass die Folgeschäden der Coronamaßnahmen mittlerweile größer sind als ihr Nutzen. Die Lahmlegung der Krankenhäuser zugunsten eventueller Coronafälle verhindert lebenswichtige Untersuchungen und Operationen von anderweitig erkrankten Patienten. Es wird geschätzt, dass die Suizidrate gestiegen ist und weiter ansteigen wird, einerseits durch Vereinsamung von Menschen, andererseits von in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedrohten Menschen. Die Versorgungslage der gesamten Bevölkerung ist gefährdet durch den Ausfall von lebenswichtigen Infrastrukturen. Sehr geehrte taz-Redakteure, warum kann ich so etwas nicht in der taz lesen?

Erika Leiste München

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Bitte bessere medizinische Recherche

Als Arzt bin ich von euren Berichten über die medizinischen Aspekte nicht sehr angetan. Ein Beispiel: Es wurde bekannt gemacht, dass das Virus auf Oberflächen bis zu 48 Stunden, unter extremen Umständen auch deutlich länger nachweisbar ist. Im ersten Interview bei Markus Lanz berichtete Professor Hendrik Streek, dass er versucht hat, alle Abstriche, die in Gangelt genommen wurden, anzüchten zu lassen und dass dies dem Labor in keinem einzigen Fall gelungen ist, auch nicht in einem Haushalt mit mehreren hoch akut infizierten Personen. Dieser Widerspruch muss doch in die Augen springen! Eine Recherche hätte ergeben, dass der Virusnachweis der Hygieniker durch die Polymerase-Kettenreaktion erfolgt, die das Genom, die RNS, des Virus nachweist. Die RNS ist aber nicht infektiös ohne die Eiweißhülle. Also ist die Schlussfolgerung, dass die Eiweißhülle sehr schnell zerfällt und die Viren dann zwar noch nachweisbar, aber nicht mehr infektiös sind. Das in die Debatte als Frage einzubringen hätte wichtige Konsequenzen gehabt, denn es bedeutet ja, dass Übertragungen durch Berührung infizierter Oberflächen nicht möglich sind.

Puri R. Fey, Köln

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Ein überheblicher, spöttischer Blick

Euer überheblicher, diskriminierender und spöttischer Blick (Stichwort „Aluhutträger“) auf eine täglich wachsende Anzahl sehr besorgter Bürger, die ob der extremen Einschnitte in persönliche Freiheiten, geplanter Einführung einer Corona-App (mit Offenlegung aller Aufenthaltsorte und, auch zufälliger, Kontakte) mehr als besorgt sind, ist kaum noch zu ertragen.

Peter Weiler, Weisenheim

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Regieanweisungen – verhältnismäßig?

Ist das alles verhältnismäßig, was wir als Regieanweisungen erhalten? Ich frage mich, ob der gesellschaftliche Notstand durch die Coronapandemie zu rechtfertigen ist. Was rechtfertigt eine Entscheidung, die 10 Millionen Menschen in Kurzarbeit schickt und die Arbeitslosenquote über die fast schon vergessene 5-Prozent-Marke treibt? Was rechtfertigt einen Notstand, der vielen Menschen mit Mietschulden früher oder später eine Räumungsklage bescheren wird, auch wenn diese Gefahr zeitnah erst einmal durch entsprechende gesetzliche Regelungen abgewendet werden konnte? Was rechtfertigt den rasanten Anstieg der Kinderarmut in unserer Republik? Was rechtfertigt die immer längeren Menschenschlangen vor den Ausgabestellen der Tafeln? Unter den circa 150.000 Verstorbenen der letzten zwei Monate befanden sich circa 6.650 Menschen, bei denen ein Corona-Infekt nachgewiesen wurde. Ist es Ketzerei, danach zu fragen, wie viele dieser 6.650 Menschen ursächlich an der Corona-Infektion gestorben sind?

Jan Bonorden, Eschede

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Nicht berichtet, nicht relativiert

Wir sehen Bilder im Fernsehen und lesen in der Zeitung, dass die Stadt Bergamo Särge mit Toten auf Militärlastern aus der Stadt bringen ließ, weil „die Leichenhäuser überfüllt sind“. Das macht Angst. Nicht berichtet wird, dass in Bergamo lediglich 25 Menschen pro Tag eingeäschert werden können und Bestattungsunternehmen schließen mussten. Daher wurden 60 Leichen, die eingeäschert werden sollten, in benachbarte Orte gefahren. Die taz hat hierzu nicht berichtet, aber eben auch nicht relativiert.

Renate Grolig, Wölfersheim

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Wesentliche wissenschaftliche Befunde

Liebe taz, ich bin Kinderchirurg und muss sagen, dass in der taz wesentliche wissenschaftliche Befunde einfach nicht wahrgenommen werden. Professor John Ioannidis (Epidemiologe, Stanford) hat schon am 17. März die Mortalität auf 0,1 Prozent geschätzt. Eine Seroprävalenzstudie (Antikörpertests in repräsentativer Stichprobe) der gleichen Arbeitsgruppe vom 14. April im Santa Clara County untermauert diese Einschätzung. Epidemiologen und Virologen aus New York, Oxford, Helsinki und Zürich kommen zum gleichen Ergebnis. Die wöchentliche Übersterblichkeitsstatistik für Europa zeigt für die Woche 15 eine Spitze nach oben, die bereits wieder absinkt. Guter Wissenschaftsjournalismus muss das zur Kenntnis nehmen und die Kontroversen darstellen. Wie wird die taz in zwei Monaten dastehen, wenn die Pandemie abgeklungen ist, die Letalität nicht höher als bei einer Grippepandemie war und niemand von Ihnen John Ioannidis, Knut Wittkowski, Karin Mölling oder Wolfgang Wodarg interviewt hat?

Lutz Meyer, Berlin

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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