piwik no script img

Lebenslänglich für Tunesiens Islamisten

Tunis (AFP) — Das Militärgericht in Tunis hat gestern die Urteile gegen insgesamt 171 Anhänger der islamistischen Bewegung „Annahda“ verhängt. Eine Todesstrafe wurde dabei nicht ausgesprochen, obwohl die Staatsanwaltschaft diese in insgesamt 19 Fällen gefordert hatte. Annahda-Chef Rached Ghannouchi sowie etwa weitere 30 führende Vertreter der Bewegung erhielten lebenslange Gefängnisstrafen. Von den 171 Personen, die wegen „Gefährdung der inneren Sicherheit“ angeklagt worden waren, befinden sich bereits 134 in Haft. Ein weiterer Führer der Bewegung, Hamadi Jebali, wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Bis auf vier Angeklagte, die freigesprochen wurden, erhielten alle übrigen Haftstrafen zwischen drei und vier Jahren.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen