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Lance-Stützpunkt in Großengstingen blockiert

Berlin (taz) - Allen Unkenrufen zum Trotz, es gibt sie noch, die Friedensbewegung. Angesichts der Diskussion um die in der BRD stationierten atomaren Kurzstreckenraketen der Nato, haben rund 20 Friedensgruppen aus Baden-Württemberg seit Sonntag mittag die Zufahrtswege zu einem der Lance -Stationierungsorte blockiert. Die Demonstranten fordern ein Veto der Bundesregierung gegen die Modernisierung bzw. Aufrüstung der Kurzstreckenraketen und den Abzug der jetzigen Systeme.

Blockiert wurden die drei Zufahrtswege zur Kaserne in Großengstingen und der Zugang zu dem zugehörigen Sprengkopflager. Nach Angaben der Demonstranten kam es bis Dienstag mittag zu insgesamt 58 kurzfristigen Festnahmen wegen Ordnungswidrigkeiten, in vier Fällen will die Staatsanwaltschaft Blockierer wegen Nötigung belangen.

Die gesamten Aktionen liefen bislang „absolut gewaltfrei“, hieß es von seiten der Blockierer, was auch von der Polizei bestätigt wird. In einem Vorbereitungsgespräch mit Vertretern von Bundeswehr, Polizei und örtlichen Politikern hatten die Friedensgruppen ihr Vorgehen vorab angekündigt und versucht, die Bundeswehrvertreter in eine Diskussion um die Modernisierung einzubinden.

„Die Soldaten waren allerdings alle auf eine Modernisierungslinie eingeschworen“, meinte einer der Organisatoren gegenüber der taz. Die Aktion in Großengstingen wird heute mittag mit einem kleinen Happening vor dem Haupttor der Kaserne beendet.

JG

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