Laden mit Nazi-Klamotten geschlossen: "Harakiri" macht seinem Namen alle Ehre

Geschäft war Treffpunkt der rechten Szene

Der Kleidungsladen "Harakiri", ein Treffpunkt der rechten Szene in der Bornholmer Straße in Prenzlauer Berg, musste schließen. 15 Jahre hatte sich das Geschäft unter anderem durch den Verkauf von bei Rechtsextremen beliebten Marken wie Thor Steinar halten können. Über die Gründe für die Schließung wollten sich der Betreiber gegenüber der taz nicht äußern.

Nach Einschätzung der Antifa Prenzlauer Berg (AFB) gibt nach dem Ende des "Harakiri" in Berlin kein Geschäft mehr, das sein Neonazi-Image so offen zur Schau trägt. Allerdings meldet sie auch, dass der Betreiber seine Waren weiterhin über das Internet verkaufe. Esther Lehnert von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) hält den Internetvertrieb rechtsextremer Produkte für wirtschaftlich sehr erfolgreich. Rechte Läden hätten dennoch ein wichtige Funktion: Sie würden zur "territorialen Verankerung" der Szene beitragen.

Das "Harakiri" war in der Vergangenheit wiederholt Ziel linker Aktionen. Bei den Kampagnen "Nazishops stoppen" 2001 und "We will rock you" 2005 hatten sich Bündnisse verschiedener Berliner Antifa-Gruppen mit bis zu 700 Teilnehmern direkt vor dem Laden protestiert. Zudem fanden immer wieder Angriffe auf das Geschäft statt, bei denen es auch zu Sachbeschädigungen kam. Patrick Schwarz vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum e. V. (apabiz) sieht in den Aktivitäten der örtlichen Antifa einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit, die die Schließung rechtsextremer Läden erreichen könne. Auch Lehnert von der MBR hält dieses Engagement für entscheidend, weil "Rechtsextreme immer wieder versuchen, sich durch die Anmietung von Läden in die Öffentlichkeit zu drängen". ZOÉ SONA

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