piwik no script img

Kunst gegen Rassismus

■ ImmigrantInnen und Flüchtlingsgruppen informieren mit Plakaten in den U-Bahnstationen über ihre Arbeit

Berlin. Da muß man schon um die Ecke denken, will man dieses Plakat in der U-Bahn-Station Mehringdamm deuten. Gemütlich aussehende Schneemänner gucken den Betrachter mit runden Augen an, einige — jetzt hört die Gemütlichkeit aber auf- schwenken die schwarzrotgoldene Fahne und — noch schlimmer — ganz unten will einer ausscheren und nach rechts marschieren. »Nein zum Rassismus« ist das Plakat übertitelt, und es ist ein Beitrag des Polnischen Sozialrates gegen die Eiszeit für Ausländer in Berlin.

Das abgebildete Motiv gegen den Rassismus gehört zu einer Serie von 20 unterschiedlichen Plakaten, jeweils autonom gestaltet von diversen Immigranten- und Flüchtlingsorganisationen. Organisiert wurde diese Aufwachkampagne gegen Intoleranz und Inhumanität den Fremden gegenüber von dem Arbeitskreis der KulturarbeiterInnen, eine Art Dachorganisation der bezirklichen Kulturämter in Ost und West. Unterstützt wird die Aktion von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst. Finanziert wird sie unter anderem vom Kultursenat.

Die Idee war, sagt Ellen Röhner, Mitarbeiterin der Dezentralen Kulturarbeit Kreuzbergs, daß die ImmigrantInnen und Flüchtlingsgruppen jetzt wenigstens für eine kurze Zeit Gelegenheit haben, »sich selbst auszudrücken«. Einige Gruppen haben deshalb auf Symbole verzichtet und informieren mit Kontaktadressen über ihre Arbeit.

Die Plakate hängen seit Sonnabend und nur noch bis zum 5. November in 25 Berliner U-Bahnhöfen. aku

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen