: Kulturschlafstadt
■ Neustadt vermißt das Kulturforum auf dem Teerhof
Wenn die Neustädter am 11.9. ihr erstes eigenes Kulturfest feiern, wollen sie ja eigentlich auch die neuen Kulturbauten auf dem nahen Teerhof gleicht mitbegießen. Den Schampus können sie sich sparen: Das Kulturforum und das Uni-Gästehaus, die der Teerhof-Bebauung die kulturelle Note verleihen sollten, bleiben auf lange Sicht ein Wunschtraum. Das brachte Staatsrat Dieter Opper, namens des Kulturressorts, dem Beirat jetzt relativ schonend bei: Die Planungsmittel der Behörde seien erschöpft, alles weitere müsse auf privatem Wege geregelt werden — wie, das sollen sich nun u.a. die Stadtteil-PolitikerInnen selbst ausdenken.
Damit ist das „Kulturdrittel“, das neben den schicken Eigentumswohnungen und den gewerblichen Siedlern zugesagt war, nochmals eingedampft worden. Für den Beirat „ein mittlerer Skandal“, so Sprecher Detlev Albers.
Und Ortsamtsleiter Klaus-Peter Fischer sieht jetzt eine reine „Schlafstadt“ auf dem Teerhof prangen. Alvred Schöning (FDP) konnte sich jedenfalls des Eindrucks nicht erwehren, „daß die Salamischneiderei hier weitergeht“: Scheibchen für Scheibchen werde die mühsam erstrittene Drittelkultur abgeknapst.
Parteikollege Thomas Becker, der die Liberalen in der Kulturdeputation vertritt, empfahl denn auch, sich lieber gleich „von liebgewordenen Wolkenkuckucksheimen zu verabschieden“. Ansonsten bliebe das Kulturforum-Grundstück auf lange Sicht schlicht ein Acker.
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Umverteilung gegen rechts
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