Krieg anderswo: Kampf um Nepal
■ Alle denken an das Kosovo. Unsere Serie erinnert an Konflikte in aller Welt. Teil 25
Es begann 1995. Zwei maoistische Fraktionen der zersplitterten Kommunistischen Partei Nepals erklärten der Regierung in Kathmandu den Volkskrieg. Anfang 1996 überfielen Guerilleros mit selbstgebauten Waffen erstmals in konzertierter Aktion in sechs abgelegenen Bergdistrikten Westnepals Polizeistationen und die Häuser reicher Landbesitzer.
Die Armee schlägt in dem Konflikt erbarmungslos zurück. Laut Berichten von amnesty international interniert, foltert und ermordet sie „systematisch“ der Sympathie mit den Aufständischen Verdächtige. Bisher gab es bei den Kämpfen am Rande des Himalaja insgesamt etwa 600 Tote.
Angeführt werden die rund 2.000 Kämpfer, die sich von den Guerilleras des peruanischen Leuchtenden Pfads und den Naxaliten im benachbarten Indien inspirieren lassen, von dem in der Sowjetunion ausgebildeten Bauingenieur Babu Ram Bhattarai. Er kann sich auf die Unterstützung breiter Teile der bäuerlichen Bevölkerung stützen, denn sein 40-Punkte-Programm mit Landreform und Eigentumsrechten auch für Frauen spricht sie besonders an.
Ein zu Beginn der 90er Jahre gestartetes Strukturanpassungsprogramm unter IWF-Ägide, in dessen Folge Subventionen gestrichen wurden, revidierten auch die zeitweilig regierenden legalen nepalesischen Kommunisten nicht. Heute leben etwa 75 Prozent der 18,5 Millionen BürgerInnen Nepals unter der offiziellen Armutsgrenze.
Babu Rams Anhänger sollen bereits in den meisten Verwaltungseinheiten Parallelstrukturen aufgebaut haben. Mit der Vereinigten Volksfront verfügen sie auch über einen politischen Arm, der Streiks in den Städten organisiert.
Thomas Ruttig
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