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Krankenkassen betrogen

Mit 210 Fällen von Betrug gegenüber verschiedenen Krankenkassen bei der Abrechnung von Arztleistungen befaßt sich seit gestern ein Moabiter Schöffengericht. Angeklagt ist ein Arztehepaar im Alter von 59 und 56 Jahren. Vorgeworfen wird ihnen, durch Eintragungen in Patientenkarteien über nicht erbrachte Leistungen in den Jahren 1984 bis 1987 die Kassen um insgesamt rund 20.000 Mark geprellt zu haben. Die 56jährige Nervenärztin wies die Anklagevorwürfe zurück. Ihr wird unter anderem angelastet, Beratungen in Zeiten abgerechnet zu haben, in denen die Patienten im Krankenhaus gelegen haben. Die seit 1975 zugelassene Kassenärztin erklärte dazu, in solchen Fällen habe sie Krankenhauspatienten zum Teil telefonisch beraten. Auch Verwandte hätten sich an sie gewandt. Soweit telefonische Terminvereinbarungen oder die bloße Abgabe eines Krankenscheins abgerechnet worden sein sollen, betonte die Nervenärztin, dies sei jeweils mit Beratungen gekoppelt gewesen. Wenn in der Kartei stand „Patient wollte nicht warten“, sei zwar beraten, aber nicht untersucht worden. Auch ihr Ehemann, der als Arzt für Allgemeinmedizin niedergelassen ist, bestritt die Vorwürfe. Der Prozeß ist bis zum 20.Februar terminiert.

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