: Kowaljow vor Gericht?
■ Russen melden Einnahme der tschetschenischen Ortschaft Bamut
Moskau (AFP/dpa) – Die russischen Truppen in Tschetschenien haben nach eigenen Angaben die seit drei Monaten belagerte Ortschaft Bamut im Westen der Kaukasusrepublik eingenommen. Bei den Kämpfen sollen 14 russische Soldaten und etwa 400 Tschetschenen getötet worden sein. Die meisten Bewohner Bamuts waren bereits Ende Januar geflohen. Die russischen Truppen kontrollierten nun etwa 80 Prozent Tschetscheniens, hieß es aus Moskau.
Das Unterhaus des russischen Parlaments, die Staatsduma, stimmte unterdessen mit großer Mehrheit für einen vorläufigen Resolutionsentwurf, in dem den tschetschenischen Kämpfern Straffreiheit zugesagt wird, wenn sie sich ergeben. Unklar blieb aber, ob die Amnestie auch für den tschetschenischen Präsidenten Dschochar Dudajew gelten soll, der wegen Hochverrats gesucht wird.
Zugleich forderte der Vorsitzende des Tschetschenien-Ausschusses der Duma die Staatsanwaltschaft auf, gegen den Menschenrechtler Sergej Kowaljow eine Untersuchung wegen „protschetschenischer Propaganda“ einzuleiten. Der Abgeordnete warf Kowaljow und zwei Mitgliedern der Reformpartei „Rußlands Wahl“ Landesverrat vor, weil sie Erklärungen von Dudajews Sprecher unter den Abgeordneten verteilt hätten.
Die tadschikischen Rebellen haben in Moskau mit dem Abbruch der gerade erst aufgenommenen Friedensverhandlungen gedroht. Die Ankündigung des russischen Außenministers Andrej Kosyrew, Rußland werde zur Befriedung der afghanisch-tadschikischen Grenze „alle notwendigen und zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen“, sei beunruhigend, erklärte Delegationschef Akbar Turadschonsodeh.
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